|
Die Geräte
werden immer komfortabler. Längst verfügen die Hochleistungsgeräte über Kurzwellenempfangsbereiche, Schwundausgleich und verschiedentlich, eingebaute Plattenspieler. Jetzt werden sie mit Bandbreitenregelung ausgestattet und statt der noch anfänglichen Abstimmkontrolle durch Meßinstrumente, Schattenanzeiger oder Glimmröhren wird Mitte der Dreißiger Jahre das geheimnisvoll leuchtende magische Auge eingeführt. Dem Bedienungskomfort wird durch neuartige Skalenantriebe und Skalengestaltung Rechnung getragen und durch Bedienungs- Vereinfachungsmaßnahmen wie z.B. beim Philips Monoknopf. Nicht nur die Senderwahl durch Drucktasten kennzeichnete den Fortschritt, Saba präsentierte das erste Gerät mit automatischem Sendersuchlauf. |
|
|
Siemens Großsuper Schatulle 53 WL Überrascht wurde 1935 die Fachwelt mit der im schlichten Schwarz- Weiß- Kontrast konzipierten Schatulle, welche auch im Volksmund "Der Herr im Frack" genannt wurde. Die damaligen Siemens-Designer hatten wohl den schwarzen Konzertflügel im Hinterkopf, als sie dieses Gerät im schwarzen Gehäuse mit elfenbeinfarbigen Accessoires entwarfen. In zwei Lager spaltete sich das Unternehmen. Die küstlerichen Gestalter waren voll des Lobes, der Vertrieb lehnte das Gerät schlichtweg ab. (*) Aber die Gebildeten überstimmten die Primitiven, und so wurde der Herr im Frack aufgelegt. Als er in der ersten Saison nicht verkauft wurde, tröstete man sich damit, daß alles neue Gute seine Zeit brauche, sich einzuführen; als es auch in der zweiten Saison nicht ging, beschloß man eine ganz besondere Werbung anzufachen, und als man dann nach einem weiteren Winter auf der dritten Serie unverkaufter Geräte saß, hatten die Primitiven Recht behalten, und man konnte einige Millionen abschreiben. Um nicht alles zu verlieren, schob man die Lagerbestände zu Schleuderpreisen ins Ausland ab und so endete der "Herr im Frack" auf dem Balkan und bei den Wilden. (* Aus "Die Geschichte des Hauses Siemens", Georg Siemens, 1961) |
|
Siemens Kammermusik Schatulle 76 Als Fünfröhren - Siebenkreis - Empfänger wäre das Gerät nicht zur Spitzengruppe gezählt worden. Jedoch die Ausstattung mit der Leistungsendröhre AD 1, sowie jeweils einem Hochton- und Tiefton- Lautsprecher in Verbindung mit einer aufwendigen Klangregeltechnik trug dazu bei, die Fortführung dieser erfolgreichen Schatullenserie auch für die Folge- und Nachkriegsjahre zu sichern. |
|
<- zurück zur Übersicht weiter -> |
|